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Hochbeete – warum & wie Du jetzt starten solltest!

Ich denke, allen Gärtnern geht es aktuell ähnlich wie mir. Es juckt so richtig in den Fingern. Es soll so langsam losgehen. Die Gartenplanung ist im vollen Gange, insbesondere, wenn Du selbst Gemüse anbauen möchtest. Denn der Saisonstart steht bald an. Hast Du ein Hochbeet oder überlegst Du eines anzuschaffen, dann startet die Saison sogar schon früher. Wir haben unsere Hochbeete seit dem letzten Jahr und sind begeistert. Warum und wie Du jetzt starten solltest, erkläre ich Dir heute.

Warum Hochbeet

Für Hochbeete sprechen die verschiedensten Gründe. Zuerst ist es natürlich praktischer und bequemer auf Hüfthöhe zu arbeiten als sich im Gemüsebeet ständig beim Arbeiten bücken zu müssen. Man hat auch alles prima im Blick. Im Hochbeet kannst Du häufig mehr Ertrag haben. Die Kästen kannst Du mit der für Dein Gemüse perfekt passenden Erde füllen, insbesondere Kompost. So erhalten die Pflanzen mehr Nährstoffe und können schneller wachsen, haben größere Blätter, dickere Wurzeln etc. Häufig lässt sich von einigen Gemüsesorten im Vergleich zum normalen Beet, sogar ein zweiter Satz im Jahr anbauen. In der Höhe hast Du auch weniger Probleme mit Unkraut, Schnecken, Wühlmäusen etc.

Dadurch, dass die Sonne auf das Beet auch von der Seite scheint, erwärmt sich die Erde schneller. Dabei hilft auch die Schichtung des Beetes und die Wärme der Verrottung. Somit kann man in Hochbeeten mit der Saat durchaus früher starten als im normalen Beet, ca. 2 Wochen früher. Mit einem Glaskasten-Aufsatz lässt sich das Hochbeet schnell zum Frühbeet umfunktionieren und dann kannst Du sogar noch früher starten. Im Vergleich zum traditionellen Garten spielt das Thema Fruchtfolge auch eine nicht so große Rolle, weil meist die Schichtung absackt und frische Erde nachgefüllt wird. Hochbeete als kleine Raumwunder lassen sich durchaus auch auf Terrassen stellen oder können als Gestaltungselemente dienen. Wenn Dich das noch nicht überzeugt hat, dann vielleicht das Folgende:

Warum auch Kinder Hochbeete lieben

Hochbeete sind perfekt für Familien. Nicht nur, weil natürlich täglich frisches Gemüse und Kräuter auf den Tisch kommen, sondern auch weil es ein Erlebnis ist. Die Kinder können Ihr eigenes Beet bepflanzen, sich drum kümmern und natürlich auch naschen.

Hochbeete - warum & wie Du jetzt starten solltest!

Hierfür haben wir extra ein „Kinderhochbeet“ angelegt, das nicht ganz so hoch ist wie die anderen. Unser Sohn kann hautnah miterleben wie Gemüse angepflanzt wird, wie lange es braucht, wie es noch mit Grün aussieht, wie oft es gegossen werden muss und so weiter. Natürlich isst er Gemüse dann noch viel lieber, wenn es aus dem Hochbeet kommt. Sogar beim Befüllen hat er geholfen: Äste suchen, Blätter und Rasenschnitt hinein werfen. Mit Arbeitshelm (Fahrradhelm) und Schaufel (Kinderschneeschaufel) hat er sogar Gartenerde rein geschaufelt.

Warum jetzt mit dem Hochbeet starten

Durch die Wärme des Hochbeetes kann man hier die Saat je nach Gemüse bereits im März starten. Hast Du noch kein Hochbeet, muss es vorher gebaut oder gekauft werden, dazu noch gefüllt und sollte noch etwas Zeit haben zu sacken und dann nochmals nachgefüllt. Diese Zeit sollte bis zum Saisonstart noch eingeplant werden. Möchte man die vollen Vorzüge des Beetes nutzen, wir es schichtweise gefüllt mit grobem Material wie Ästen, Grob- und Rohkompost wie Rasenschnitt und Laub, sowie Kompost-Erde-Gemisch. Für die Füllung ist der beste Zeitpunkt jetzt oder im Herbst. Mit Obstbaumschnitt, Auslichtung von Sträuchern, dem Zurückschneiden von Stauden etc. gibt es meist genug Material zum Füllen.

Wie starte ich das Hochbeet?

Als erstes ist natürlich zu überlegen, wo die Hochbeete hinkommen sollen. Ein gefülltes Hochbeet ist schwer wieder zu versetzen. Nord-Süd-Ausrichtung ist am effektivsten, sonnig sollte es sein und die Wasserversorgung sollte nicht zu weit weg sein. Ein sicherer Stand und ggf. eine Drainage-Schicht ist wichtig bei nach unten offenen Beeten.

Hochbeete - warum & wie Du jetzt starten solltest!

Wie groß sollten die Beete sein und wie hoch? Bedenkt auch dabei, je größer und höher, desto mehr Füllung nötig. Wir wohnen auf dem Land und am Wald, da war für uns die Füllung selbst im Juni letztes Jahr kein Problem. Nun wäre zu entscheiden, ob ein Selbstbau in Frage kommt oder ein Kauf. Aus welchem Material soll es sein: Holz, Stein, Kunststoff, Metall…es gibt viele Möglichkeiten. Zum Bauen gibt es genug Anleitungen im Netz.

Wir haben eine günstige Möglichkeit gefunden, die Hochbeete nach Maß für uns bauen zu lassen. Die Beete stehen bei uns in U-Form auf einem ehemaligen Rasenstück, das einfach nie richtig anwachsen wollte und wo unser Rasenmähroboter nicht hin kam, weil drum herum Auffahrt, Beet und Terrasse sind. Den Boden haben mit Unkraut-Vlies abgedeckt und mit Kies gefüllt und mit so direkt eine Drainage-Schicht. Jedes Beet ist ca. 80x140cm groß. Die Außenbeete haben eine Höhe von ca. 80cm. Das Tomaten- und das Kinderbeet sind 40cm hoch. Ein gutes Buch für den Start ist übrigens ‚Gärtnern mit dem Hochbeet‚ (Werbung ungeauftragt/unbezahlt).

Die Beete sollten mit Wühlmausschutz bestückt werden. Hierbei wird ein feinmaschiges Gitter von unten am Holzkasten fixiert.

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Zum Schutz des Holzes vor Verrottung durch den Kontakt zur Erde und Kompost, die Erde nicht ggf. seitlich ausschwemm und zur Erhöhung der Wärme, sollte das Hochbeet innen mit Teichfolie oder noch besser Noppenfolie ausgekleidet und getackert werden. Bei Noppenfolie bekommt das Holz mehr Luft und ist weniger gefährdet zu schimmeln.

Hochbeete - warum & wie Du jetzt starten solltest!

Die Hochbeete kommen nun auf die endgültige Position und es kann mit der Füllung gestartet werden.

Wie fülle ich das Hochbeet?

Am besten für Gemüse und Kräuter ist eine klassische schichtweise Füllung vom groben zum feinen Pflanzenmaterial. Der Zersetzungsprozess von unten nach oben erzeugt wärme und gibt wichtige Nährstoffe ab. Ganz unten kommt grobes Material, ca. 30-50cm hoch. Durch das grobe Material kann sich unten keine Staunässe bilden und die Hohlräume sorgen für Luft und Sauerstoff und gutes Bodenleben. Wir hatten letzten Frühling einige Sturmschäden an Bäumen und so war das Material selbst für sechs Hochbeete schnell zusammen.

Hochbeete - warum & wie Du jetzt starten solltest!

Je weiter nach oben es geht, desto feiner wird das Material. Nach dem groben Holz kam bei uns das Feine: Hölzchen, Ästchen etc. was so nach den Stürmen im Winter auf dem Boden landete und beim Auslichten von Sträuchern zusammen kam. Da half auch unser Sohn gern mit beim Sammeln. Damit nicht zu viele Lücken entstehen und die Erde später zu schnell einsackt, das feinere Material gut verteilen und zwischendurch immer mit den Füßen verdichten.

Hochbeete - warum & wie Du jetzt starten solltest!

Unsere nächste Schicht war dann noch feiner, frischer Grasschnitt von den Nachbarn und vom Bauern, der es beim Einsammeln von den Wiesen um uns herum vergessen hatte, so wie Laub aus dem Wald. Gut sind auch Rasensonden und Häckselgut. Die Schicht am besten möglichst hoch (20-30cm), am besten bis oben hin füllen und festtreten zwischendurch. Kommt darauf die schwere Erde, sackt das Ganze noch gut ein.

Hochbeete - warum & wie Du jetzt starten solltest!

Zum Schluss kommt dann noch eine gute Mischung aus Kompost und Pflanzenerde, ca. 20cm. Auch hier ist es gut bis oben hin zu füllen und am besten vor dem Pflanzen noch kräftig gießen. Die ganzen Schichten sacken noch in sich zusammen und man kann dann nochmal vor dem Pflanzen Erde nachfüllen. Bedenkt bei der Höhe des Beetes, dass oben jeder cm bei unserer Größe von 80x140cm ca. 11l Erde bedeuten, also bei ca. 5cm schon einen ganzen Sack 60l Erde. Über die Saison kann die ganze Erde ca. 30cm zusammen sinken und muss dann im Folgejahr aufgefüllt werden. Nach fünf bis acht Jahren ist alles so stark zusammengesackt und verrottet, dass die Vorteiles des Hochbeetes schwinden. Dann sollte es neu aufgesetzt werden, also neu befüllt.

Hochbeete - warum & wie Du jetzt starten solltest!

Hochbeet als Augenschmaus

So kann das Ganze schon nach wenigen Wochen aussehen! Eine reine Salatbar und so viel leckerer als Gemüse aus dem Supermarkt! Einiges haben wir letztes Jahr daraus gezaubert, wie z.B. das leckere Mangold-Pesto. Außerdem kann man mal eben kurz in den Garten hüpfen für eine Möhre oder ein paar Radieschen zum Frühstück oder die Kindergarten-Box. Also, nichts wie los!

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