Bienen,  Garten

Wenn die Bienen schwärmen

Heute ist Weltbienentag! Zur Feier des Tages habe ein paar Bilder zusammen getragen. Vom Mai bis etwa Juni, bei uns sogar schon ab April, ist Schwarmzeit bei den Bienen. Hast Du so einen Bienenschwarm schon mal gesehen? Beeindruckend! Meine Schwägerin hat zwei 2,5 Jahren selbst Bienen. Sie stehen bei uns hinter dem Haus. Seit dem letzten Jahr kennen wir daher auch das Schwärmen. Während letztes Jahr noch der Onkel beim Schwärmen zur Hilfe geeilt ist, durften wir dieses Jahr die Schwärme selbst einfangen.

Warum schwärmen Bienen?

Das Schwärmen ist ein natürlicher Prozess. Die Bienen wollen sich vermehren. Es wird eng im Bienenstock und eine neue Königin ist auf dem Weg. Die alte Königin spaltet sich mit einem Teil des Volkes vom Rest des Bienenvolkes ab und schwärmt, um einen neue Bleibe zu suchen, dort zu bauen etc. Die Schwarmzeit ist die aktivste Zeit für einen Imker. Jeder Imker entscheidet, ob und wie sich seine Bienenvölker vermehren sollen, ob man sie schwärmen lässt oder dies versucht zu vermeiden. Unser Imkerpate lässt schwärmen und so haben wir das auch vorerst übernommen.

Der Bienenschwarm & der Kindergeburtstag

Unseren ersten Schwarm haben wir letztes Jahr zum ersten Mal live erlebt. Es war Mitte April und damit eigentlich noch recht früh und wir feierten draußen den Piraten-Kindergeburtstag von meinem Neffen. Ausgerechnet da, flog plötzlich eine große schwarze Wolke an uns vorbei. Beeindruckend, ein wenig beängstigend und auf jeden Fall ein riesen Stressfaktor, wenn man versucht Kinder und Mütter weiter bei Laune zu halten. Die Königin fand dann bald ihren Platz und der Schwarm folgte ihr, zum Glück weit unten am Strauch unterhalb Schwiegermamas Terrasse. Das ist schon ein krasses Bild, wenn man da so viele Bienen in so einer Traube sieht und auch das Schwirren hört.

Bienenschwarm

Mit leichten Wassersprühern hielten wir sie ruhig und am Platz bis Onkel und Cousin kamen, um den Schwarm einzufangen. Das Werkzeug sehr interessant: ein Eimer mit Loch im Boden und eine dran geklebte Tüte. Die Bienen werden da hineingekehrt und natürlich hofft man, dass man dabei die Königin mit erwischt.

Bienenschwarm einfangen

Dann werden die Bienen aus dem Eimer in einen Bienenkasten geschüttet. Wenn die Königin dabei ist, bleiben die Bienen dort und der Rest fliegt mit der Zeit nach. Meist wiederholt man den Vorgang zwei bis drei Mal bis man sich sicher ist, lässt den Kasten mit einer kleinen Öffnung noch ne Zeit stehen. Diesen Schwarm nahm dann unser Imkerpate mit zu sich.

Bienenschwarm einfangen

Ein fremder Schwarm?

Ab diesem Jahr sollten wir uns selbst um die Bienen und somit auch die Schwärme kümmern. Uaahh! Da wir aus dem Vorjahr nun wußten, dass es ab Mitte April losgehen kann, saßen wir auf heißen Kohlen. Eines Tages sah meine Schwägerin dann einen Schwarm vom Küchenfenster aus und folgte ihm. Im dichten Gebüsch fanden sie Platz und bis ich den „Notruf“ gelesen habe, hatte sie schon den Schwarm eingefangen. War aber nicht so einfach, wie sich das jetzt hier liest. Aller Achtung, zum ersten Mal und dann direkt allein.

So sieht ein Schwarm Bienen im Kasten aus

Das Volk sah groß, ruhig und schön aus und durfte gleich mal bleiben. Jetzt stehen also drei Völker bei uns. Einige Tage später, sah meine Schwägerin sahen wir sogar die Königin, rot markiert und dann war schnell klar, es ist ein Profi-Imker-Volk und keines von unseren. Heißt, die zwei bisherigen würden dann erst noch schwärmen. Dieses neue Volk haben wir gestern gleich einmal aufgestockt.

Bienenschwarm bekommt ein zu Hause

Der Schwarm im Zwetschgenbaum

Ganz so einfach sollte ich dieses Jahr dann doch nicht davon kommen. Uns war ja klar, dass zumindest eines der Völker noch schwärmen wird. Am 1. Mai, während ich so im Garten arbeitete, fragte ich mich, ob ich wohl bald ein Summen hören würde…nur Minuten später…tatsächlich…da war es. Ich konnte den Schwarm direkt vorm Bienenstock ausmachen und gab den „Notruf“ nach nebenan ab. Wir mußten die Bienen nicht weit verfolgen. Gleich bei uns im Obstgarten im Zwetschgenbaum haben sie sich niedergelassen. Kaum zu beschreiben, seht selbst wie es aussieht, wenn sich grad frisch die Traube bildet.

Schwarm

Zum Glück sind die Zwetschgenbäumchen nicht sehr hoch. Aus dem Stand und teilweise bloß mit einer Klappleiter kam man gut an die Bienen dran. Wenn sich allerdings zwei Trauben bilden, dann stellt sich immer die Frage „und wo ist jetzt die Königin?“.

Bienenschwarm

Diesmal waren die Bienen auch recht wild. Ich meine, eigentlich muss man sich nicht so sehr fürchten, die Bienen sind ganz auf die Königin konzentriert, aber dennoch…sie flogen schon ziemlich herum und schnell waren unsere Bienenanzüge gut besiedelt.

Bienenschwarm

Auch hier versuchten wir uns mit ein paar Wasserspritzern zu behelfen. Das bringt normal die Bienen dazu weniger aufzufliegen und mehr zusammen zu halten.

Bienenschwarm

Dann hieß es, die Bienentrauben so schnell wie möglich und einzusammeln mit Feger und Eimer und ab in den Kasten. Da sie auf zwei Ästen verteilt waren und recht um einen hohen Ast herum ansiedelten, haben wir ein paar Anläufe gebraucht, bis wir recht sicher waren, dass die Königin an Board ist.

Bienenschwarm einfangen

Es blieb zwar noch ein Teil im Baum, aber etwas ne Stunde später waren auch diese Bienen der Königin in den Kasten gefolgt. Da sind sie – im nächsten Bild – wieder eine beeindruckende Anzahl, wenn man das so im Kasten sieht. Dieses Volk übernahm ein befreundeter Imker-Papa meiner Schwägerin.

Bienenschwarm

Ein Schwarm mit Herausforderung

Es sieht fast so aus, als hätten uns die Bienen trainieren wollen. Von Schwarm zu Schwarm flogen sie an schwierigere, höhere Objekte. Das letzte Volk schwärmte ca. ne Woche später. Ein total ungünstiger Zeitpunkt und daher eigentlich schon eher unerwartet. Es war nämlich direkt vor den Eisheiligen. Ich suchte die Kinder im Garten und fand wieder einmal eine schwarze Wolke. Die Kinder informierten meine Schwägerin und dann warteten wir wieder ab. Diesmal haben sie sich eine größere Herausforderung für uns ausgesucht. Unser Obstgarten hat ja viele viele Bäumchen, aber sie haben sich einen der höchsten ausgesucht.

Bienenschwarm

Weit oben im Baum bildeten sich gleich fünf Trauben. Zu weit oben für jeden von uns. Keiner traute sich so weit hoch auf der Leiter in den Baum und dann noch oben zu hantieren, mit den Bienen wieder herunter. Der befreundete Imker hat es sich auch angeschaut und ebenfalls das Handtuch geschmissen.

Bienenschwarm

Gut, dass sie es an dem Tag nicht mehr versucht hatten, da nur kurze Zeit später ein kräftiger Sturm, Regen und Windböen aufkamen. Unfassbar, dass die Bienen dem standgehalten haben. Die Hoffnung war ja, dass sie an einem der wärmeren Folgetage vielleicht nochmal weiter fliegen würden. Oder, dass sie zumindest zum unter dem Baum aufgestellten Kasten gehen würden. Aber nein, es war zu kalt. Die Bienen folgen nicht und drohten zu verhungern. Die fünf Trauben vereinigten sich zu einer großen langen. Mein Schwager konnte es nach ein paar Tagen nicht mehr mit ansehen und obwohl er großen Respekt vor Bienen und vor Leitern hat, hat er sich in einem regen- und windstillen Moment hochgewagt. Mit dabei ein selbst gebastelter Teleskopfeger und ein Tütenkescher.

Bienenschwarm einfangen

Damit hat es es tatsächlich so viel wie es geht einsammeln können. Parallel sammelte meine Schwägerin noch möglichst viele Bienentrauben von der Wiese auf. Beide zusammen landeten im Kasten und wurden mit einer Zuckerlösung aufgepeppelt. Der befreundete Imker übernahm auch dieses Volk und es stand beim Abholen wirklich nicht gut um sie.

Bienenschwarm aufpäppeln

Doch bekamen wir am nächsten Tag dieses Bild und da sahen wie deutlich lebhafter aus und es folgen schon wieder welche. Jippieee!

Bienenschwarm

Für dieses Jahr haben wir es erstmal geschafft. Es sei denn des Nachbars weiter Völker schwärmen noch.

Warum muss man einen Bienenschwarm einfangen?

Warum sollte man eigentlich den Bienenschwarm einfangen, warum nicht einfach da lassen? Das Problem ist, dass die Bienen heutzutage leider kaum passenden Nistmöglichkeiten, wie Baumhöhlen oder Hohlräume in Gebäuden finden. Bei uns auf dem Land vielleicht schon eher, aber siehe der letzte Schwarm zu Eisheiligen…sie wären in der Kälte oben einfach verhungert, weil sie sich bei den kalten Temperaturen kein Futter hätten holen können. Zudem bedroht die Varoa-Milbe die Bienen in der freien Natur.

Kann man das Schwärmen verhindern?

Professionelle Imker tun dies. Warum? Nun ja, schwärmt ein guter Teil der Bienen aus, damit liefert das geschwärmte Volk deutlich weniger Honig. Bemerkt man den Schwarm nicht und kann ihn nicht einfangen, kann es sein, dass dieser in der Freiheit nicht überlebt. Die junge Nachfolge-Königin schlüpft erst nach dem Schwärmen. Wenn hier es schief geht, ist das zurück gebliebene Volk weisellos. Es gibt daher einige Methoden, die die erfahrenen Imker nutzen, um einen Schwarm zu verhindern. Man kann z.B. Brut entnehmen, Mittelwände einsetzte, um das Bauen anzurgen, das Volk schröpfen und selbst Ableger bilden oder als Notmaßnahme Weiselzellen brechen.

Ob wir das auch irgendwann machen? Ich weiß es nicht. Aktuell sind es jetzt die drei Völker und mehr als genug Honig für unsere Familien. Schauen wir mal wie sich das Hobby entwickelt.

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2 Kommentare

  • nina. aka wippsteerts.

    Ein unglaublich interessanter und informativer Artikel! Und was für Herausforderungen Ihr gemeistert habt, als junge Immer! Die Rettung des „Eisheiligen Schwärme“ ist besonders spannend.
    Danke Dir.
    Kennst Du die Linkparty „Naturdonnerstag“ (bei „kreativ im rentnersein“) Dein Bericht wäre eine Bereicherung, nicht nur zum Tag der Bienen!
    Liebe Grüße
    Nina

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