Bienen

Großer Bienenumzug

Vor einigen Tagen stand ein größeres Ereignis bei uns an – Bienenumzug! Jede Menge Bienchen haben ein neues Zuhause bekommen und ich durfte live dabei sein. Wer meinen Blog regelmäßig liest, wird sich denken „ja sie hat wie fast jeder jede Menge bienenfreundliche Stauden, aber Bienen? Wo kommen jetzt die Bienen her?“ Deswegen, erzähle ich mal kurz vorweg etwas dazu. Mein Schwägerin wohnt direkt nebenan und hinter unserem Haus am Waldrand hat sie nun seit fast zwei Jahren zwei Bienenstöcke und so sahen sie aus bevor der Honigraum aufgebaut wurde.

Umzug der Bienen in eine neue Beute

Ihr Onkel, ein Hobby-Imker hat ihr die Völker geschenkt und kümmerte sich bis dato um die größeren Aufgaben bei den Bienen. Meine Schwägerin wurde angelernt und hin und wieder, wenn es meine Kinder erlauben, darf ich auch dazu stoßen und mitlernen. Seit diesem Jahr liegt es nun an uns die Bienen zu betreuen. Es ist ein wenig learning by doing. Bei Fragen ist er natürlich immer für uns da. Das gesamte Equipment war vom Onkel ausgeliehen, etwas älter, nicht ganz auf dem letzten Stand der Technik und so machte sich meine Schwägerin dran neues zu kaufen. Zum Glück hatte der Fachhandel offen, trotz Corona. Für alle die neu starten wollen….es fallen mindestens 200 Euro Kosten pro Bienenstock an, Kleidung und Handwerkzeug noch nicht inbegriffen. Sparen kann man bei Selbstbausätzen, aber es gibt auch mit Sicherheit noch teurere Ausstattung. Im Jahr liefern die beiden Stöcke in Summe 15-25l Honig, wobei 1-2 Mal im Jahr geschleudert werden kann. Letztes Jahr war es ein Schleudern mit ca. 18l.

Bienenauszug

Nun stand also der Bienenumzug in die neuen Beuten an und da meine Schwägerin und ich doch noch etwas Respekt vor so einer neuen großen Aufgabe hatten, haben wir uns doch noch einmal den Onkel zur Hilfe geholt. Als erstes wurden natürlich die Kästen vorbereitet, sowie die Rahmen mit den Mittelwänden für den Honigraum. Vor Ort hieß es dann die alten Kästen öffnen, die Rahmen einzeln mit dem Stoßmeißel aus dem Kasten vorsichtig befreien und begutachten. Trotz bester Flugzeit waren die Beuten unheimlich voll.

Umzug der Bienen in eine neue Beute

Vor lauter Bienen war es gar nicht so einfach etwas zu erkennen. Wir hätten Ausschau gehalten nach der Königin oder ob eine neue Königin im Anmarsch ist, aber an keinem Rahmen haben wir eines von beidem entdecken können. Rahmen für Rahmen geht man so den ganzen Kasten durch.

Umzug der Bienen in eine neue Beute

Bieneneinzug

Die geprüften Rahmen wandern Stück für Stück in die neue Zarge. Dabei muss man vorsichtig vorgehen. Vor allem, wenn es auf das Ende zu geht. Bei so vielen Bienen wird es eng und es soll ja vermieden werden Bienen zu zerquetschen, vor allem wenn man nicht genau weiß an welcher Stelle grad die König ist.

Umzug der Bienen in eine neue Beute

Nach Möglichkeit sollten alle Rahmen der alten Zarge also wieder in den die neue Zarge passen. Nun gilt es dann die ganze Beute wieder neu aufzubauen.

Aufbau der Beute

Auf einem Gestell wird die Beute nun neu aufgebaut. Die Bienen sollen ca. 30cm über dem Boden stehen, um Bodenkälte und -Feuchtigkeit zuvermeiden. Ganz unten kommt der Boden mit Varroa-Gitter und -Schublade.

Umzug der Bienen in eine neue Beute

Darauf kommt nun die Zarge mit den ganzen Rahmen, die umgezogen worden sind. Übrigens, wie man hier sieht, haben wir mit einem Smoker gearbeitet, um die Bienen etwas zu beruhigen, wenn wir sie so rumscheuchen. So ein Bienenumzug ist ja schon etwas besonderes und kommt nicht alle Tage vor.

Auf den Kasten kommt nun das Gitter, das den Brutraum vom Honigraum trennt. Es ist so fein, dass die Arbeiterbienen hier durchpassen, die Königin und die Drohnen jedoch nicht. So vermeidet man, dass die Königin oben brütet und Probleme beim Honig-Schleudern entstehen.

Umzug der Bienen in eine neue Beute

Auf das Gitter und über den Brutraum, kommt nun der Honigraum mit den vorbereiteten neuen Rahmen mit den Mittelwänden. Hier dürfen die lieben Bienchen fleissig sein und uns hoffentlich bis Ende Mai den ersten Honig spendieren.

Umzug der Bienen in eine neue Beute

Zum Schluss kommt eine Folie, um sicher zu stellen, dass die Bienen den Honigraum nicht mit dem Deckel verkleben, ein Beutdendeckel und Gaze. Alles zusammen verschließt den Honigraum und schützt vor Wärmeverlust. Dann wir das Ganze noch mit einem Spanngurt rumherum fest gezurrt…wilde Tiere, Stürme…wer weiß.

Umzug der Bienen in eine neue Beute

Zu guter letzt kommt noch eine Art „Wetterdach“. Hier haben wir noch das alte verwendet. Es ist zudem noch mit Steinen beschwert, dass auch wirklich nichts wegfliegen kann. Die Bienen sind ganz wild darauf wieder in die Beute zu fliegen. Der erste Umzug ist geschafft und es folgt direkt der Zweite.

Umzug der Bienen in eine neue Beute

Schön sehen die beiden neuen „Bienenhäuschen“ aus. Mein Schwager baut dazu noch ein Flugbrett vor dem Einflugloch, dann ist es perfekt. Bei so einem Bienenumzug ist immer die Frage, hat es die König mitgeschafft? Ist sie ok? Aber es scheint alles gut geklappt zu haben.

Umzug der Bienen in eine neue Beute

Bei der Menge an Bienen wird es allerdings in den nächsten Wochen spannend. Auch wenn wir Königinnen-Brut gesehen haben, ist fast davon auszugehen, dass bald ein Teil des Volkes schwärmt. Am 18.4. war es letztes Jahr soweit. Ist ein Bienenumzug schon spannend, ist es das Schwärmen noch mehr. Einfangen müssen diesmal wir…uah…wobei noch nicht ganz feststeht wohin mit dem neuen Volk. Ich werde sicher berichten 🙂

Umzug der Bienen in eine neue Beute
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4 Kommentare

  • nina. aka wippsteerts

    Oh wie spannend! Wir haben einen Imker in der entfernteren Verwandschaft, leider zu weit weg, sonst würde ich dem häufiger auf der Pelle hocken, weil ich das so interessant finde. Er züchtet sogar Bienenköniginnen.
    (im letzten Winter hatte er aber zum ersten mal stärkere Ausfälle)
    Hier am Orstrand stehen auch ein paar Kästen einer Imkerin, die sind in den letzen zwei Jahren tatsächlich zwei mal fachmännisch aber ohne Rücksicht geplündert worden.
    Auf den Bericht um s Schwärmen bin ich schon sehr gespannt. Und auch auf weitere rund um den Bienenstock und was Ihr alles machen werdet.
    Markiert Ihr die Königin, wenn Ihr sie findet?
    Nutzt Ihr das Propolis und den Wachs?

    Hoffe, Ihr hattet auch sonst schöne Ostertage und liebe Grüsse
    Nina

    • Eva

      Hallo Nina,
      freut mich, dass Dir der Bericht gefällt. Ist wirklich interessant, schade, dass es soweit weg ist bei Dir. Geplündert?! Hört sich ja furchtbar an. Ich werde auf jeden Fall wieder berichten. Ich muss mal meine Schwägerin fragen wie sie das vor hat mit der Königin, bisher sind wir ja noch absolute Beginner. Wachs und Propolis nutzen wir nicht. Hast Du Erfahrung damit?
      LG Eva

  • Katrin

    Mein Urgroßvater hatte die Imkerei mal als Zweitgeschäft neben einer Tischlerei ( um 1930-1940) und mein Vater hat später den Bienenstand fortgeführt. Zu DDR-Zeiten war Honig ein gutes Tauschobjekt. Ich mochte es im Bienenhaus die Bienen zu beobachten und fand alles wahnsinnig interessant. Mein Vater hat auch Königinnen gezüchtet und dann jedes Jahr anders markiert. Ach so lange ist das her…
    Um die Ecke wohnt jemand, der für die Firma „Honigprinz“ arbeitet. Und ich habe gesehen, dass diese hier in der Nähe auch Bienenkästen aufgestellt haben. Daher vielleicht auch die vielen Bienen in unserem Garten.
    Mit Bienen bleibt es also immer interessant und ich kann mich erinnern, dass es auch so einiges Arbeit gemacht hat. Es müssen nicht nur die Bienen fleißig sein, sondern auch der Imker!!
    Dann wünsche ich Euch ein erfolgreiches Imkerjahr!!
    Liebe Grüße
    Katrin aus K.

    • Eva

      Hallo Katrin,
      oh, da konntest Du Dir sicher ganz viele spannende Dinge abschauen und weißt mit Sicherheit viel mehr als ich. Wir stehen ja noch ganz am Anfang. Man sieht die Bienen im Garten auf jeden Fall mit ganz anderen Augen.
      Dankeschön!!!
      LG Eva

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