Garten

Pfirsich-Blüte

Wir haben das Glück einen Pfirsich-Baum im Garten zu haben. Vor Jahren wuchs schon wohl mal einer im Obstgarten und ein Kern hat in der Erde überlebt. Daraus ist ein Bäumchen gewachsen. Damals haben wir es fast per Zufall in der noch meterhoch wuchernden Wiese gefunden…und vor lauter Hausbau…erstmal vergessen. Auch wenn es ungünstig stand, irgendwann war er zu groß zum Versetzen und so wurde um ihn herum gebaut. Nun dürfen wir uns jedes Jahr über eine reiche Ernte freuen. Die Pfirsiche waren bisher im Vergleich zu Äpfeln oder Zwetschgen sehr verlässlich. Nun steht er grad voll in Blüte. Die Bienen freuen sich und helfen schon fleißig bei der Bestäubung. Dank ihnen gibt es mehr Früchte und diese werden sogar größer.

Pfirsich-Blüte

Auch wenn ich den Bienchen mehr Blüten gegönnt hätte, für eine gute Ernte muss der Pfirsich-Baum jedes Frühjahr zurück geschnitten werden. Die Früchte entstehen beim Pfirsich am einjährigen Holz, also auf den Trieben, die im Vorjahr gewachsen sind. Die Triebe fruchten dann nur ein Mal und bilden immer weniger Blätter und verkahlen mit den Jahren. Damit also der Baum immer wieder Früchte trägt und nicht vergreist, ist der Schnitt jedes Jahr notwendig. Ich bin dieses Jahr schon ein wenig spät. Normal schneidet man kurz vor der Blüte. Es werden folgende Triebe entfernt:

  • 3/4 der Triebe, die letztes Jahr Früchte hatten
  • den Rest auf drei Knospen einkürzen
  • Krone auslichten

Wie erkenne ich aber kurz vor der Blüte, die Triebe, die gekürzt oder geschnitten werden müssen? Man muss dabei vor allem zwischen „wahren“ und „falschen Fruchttrieben“ unterscheiden. Wahre Fruchttriebe haben zwei Blütenknospen nebeneinander und dazwischen eine Blattknospe. Die Blätter versorgen die Blüten bzw. Früchte mit Nährstoffen (Photosynthese). Auf dem folgenden Bild sieht man die grünen Spitzen zwischen der Blüte.

Pfirsich-Blüte, wahre Fruchttriebe

Am Ende dieser Triebe sind meist nur noch Blattknospen, die weggeschnitten werden können. Falsche Fruchttriebe hingegen haben zwar auch Blütenknospen, aber die Blattknospen fehlen. Selbst wenn sich hier Früchte bilden, würden sie nicht genug versorgt werden und bald abfallen. Aus diesem Grund, werden falsche Fruchttriebe gleich komplett abgeschnitten oder zumindest auf 1-2 Blattknospen eingekürzt, aus denen dann echte Fruchttriebe für das Folgejahr werden könnten. Holztriebe, also Triebe ohne Blüten, nur mit Blättern werden meist auch gekürzt. Hier hat man Gestaltungsmöglichkeiten, wenn man sich den Baum anschaut. Bukettriebe sind kurz und haben eine Fülle an Knospen. Diese werden stehen gelassen. Schneidet man Ende März/ Anfang April sind die Knospen meist schon so groß, dass man gut den Unterschied zwischen den Trieb-Arten bzw. den Knospen erkennen kann.

Ich versuche mein Bestes, aber schneide wahrscheinlich immer noch zu wenig oder an der ein oder anderen Stelle wahrscheinlich zu viel. Bei Mein Schöner Garten, findet ihr eine ganz tolle Anleitung mit Zeichnung. Was sich in der Theorie und auf der Zeichnung allerdings einfach anhört, wird doch schwieriger, wenn man vor dem Baum und den ganzen Ästen steht. Unser Baum sieht nun nach dem Schnitt so aus:

Pfirsichbaum nach dem Schnitt

Die wilde Form ist insbesondere am Anfang irgendwie misslungen. Das Bäumchen wuchs bestimmt 3-4 Jahre vor dem ersten Schnitt und damals kannte ich mich noch nicht so gut aus. Links fehlt ein stärkerer Ast, ähnlich zu dem Rechten. Rechts hatte ich letztes Jahr zu lang wachsen lassen und er ist unter der Last zusammen gebrochen. Der Haupttrieb in der Mitte ist irgendwie flöten gegangen. Obenrum ist der Baum schon weit aufs Dach gewachsen. Da man dort eh nicht an die Früchte kommt, habe ich ihn hier stark eingekürzt. Mal schauen. Nächstes Jahr muss ich noch besser auf die Form achten beim Schnitt. Schauen wir mal, ob es wieder so eine reiche Ernte geben wird wie letztes Jahr. Wir haben viel eingefroren, getrocknet, Marmelade und Suppe draus gemacht oder Tarte mit Eis.

Pfirsich-Ernte

Der Schnitt ist also vollbracht, aber es war mir zu schade um die Blüten. Also habe ich mir ein paar schöne Ästchen geschnappt und sie ähnlich wie die Kirschzweige vor Kurzem, in die Vase gestellt. Passend dazu gibt es ein Nest aus Birkenzweigen mit weißen und rosa Eiern.

Pfirsich-Blüte für zu Hause

Die zarten rosa Blüten erinnern mich fast an die asiatischen Waxflowers. Findest Du nicht auch? Die Blüten halten sogar erstaunlich lang und so habe ich schon jetzt Pfirsich zu Hause.

Pfirsich-Blüte für zu Hause

Der Frühling ist dieses Jahr einfach wunderbar…endlich…nach den Winden, dem Frost und der Kälte, aktuell sind es sommerliche Temperaturen. Heißt allerdings auch gießen, gießen, gießen, aber auch einfach viel draußen sein. So, und was steht bei Dir so in der Vase? Vielleicht magst Du es auch bei Holunderblütchen zeigen. Habt eine schöne Osterzeit.

Pfirsich-Blüte für zu Hause
Du findest mich auch auf Instagram und Pinterest!

3 Kommentare

  • nina. aka wippsteerts

    Oh, ich beneide Dich gerade sehr um Deinen wunderbaren Baum. Auch wenn er Dir, wie Du sagst, etwas aus der Form gegangen ist. Ich wusste das zB noch nicht, mit den zwei verschiedenen Fruchttrieben. Vor Jahren hatte ich auch einen Baum im Garten, aber wurde der Pilzerkrankung nicht Herr. (Spritzen ist nicht so mein Ding.) Und ein sehr kalter Winter hat ihm dann noch stark geschadet. Da musste er leider weichen.
    Habt ganz viele leckere Früchte wieder und erfreut Euch an dieser wunderbaren Blüte.
    Liebe Grüsse,
    Nina

    (habe heute erst Deinen schönen Blog entdeckt)

  • Holunderbluetchen

    Einen Pfirsichbaum im Garten zu haben, der auch noch Früchte trägt, ist eine feine Sache !!!
    Und auch die Zweige in der Vase sehen ganz bezaubernd aus, liebe Eva !!!
    Herzliche Grüße und eine gute Woche, helga

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.