Bienen

Schwarm in luftiger Höhe

Lange habe ich nicht mehr über die Bienen berichtet, jetzt wird es wieder Zeit. Unsere zwei Völker haben die schlechte Wetterlage bisher zum Glück gut überstanden, auch wenn die Vorräte immer noch sehr sehr knapp sind. Die großen Trachten wie die Obstblüte, Löwenzahn und Raps haben sie in den kurzen Sonnenstunden bisher gut versorgt. Nun hoffen wir, dass auch in den nächsten Regentagen immer wieder mal gutes Flugwetter dabei ist. Aktuell fliegen die Bienen voll auf Katzenminze, Storchschnabel und Thymian. Die Völker haben sich vermehrt bis zum geht nicht mehr. Obwohl wir früh die Honigräume aufgesetzt haben, um Platz zu schaffen, quellen die beiden Stämme fast über. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sie dann doch schwärmen. Die letzten Jahre gab es den ersten Schwarm schon im April. Dieses Jahr schwärmte das erste Volk vor einer Woche. Das zweite Volk, hat sich zum Glück bisher dagegen entschieden.

Bienen schwärmen

Schwarmstimmung

Bienen schwärmen meist um die Mittagszeit, so zwischen 11-15Uhr. Nachdem ich die Kinder vom Kindergarten geholt habe und erwartet mich mein Mann schon mit „Die Bienen fliegen so stark, ist das normal?“ Nein, das war nicht normal, das ist der Beginn des Ausflugs eines Schwarms. Sie brechen quasi in einem Schwall heraus. Eine neue Königin ist im Anmarsch und die alte verlässt mit einem guten Teil der Bienen das Volk.

Bienen schwärmen

Der erste Gedanke war: wenn die Königin da noch in der Masse am Flugloch ist, dann kann man sie vielleicht gleich dort alle einsammeln und schon in dem leeren dritten Kasten am Platz einfangen. Leider war dies nicht erfolgreich. Die Königin scheint nicht dabei gewesen zu sein und die Bienen flogen wieder zurück zum Ursprungsvolk. Die Schwarmstimmung war fürs Erste gebrochen.

Königinnen-Nachwuchs

Im Volk, das bei mehreren Durchsichten so voll war, dass wir kaum etwas sehen konnten, entdeckten wir an dem Tag gleich mehrere Weiselzellen, d.h. mehrere junge Königinnen als potenzielle Nachfolge. Im Vergleich zu der flach verdeckelten Brut der Arbeiterinnen, sind die Königinnenzellen lang und hängen als Zipfel meist unten an der Wabe. Sobald die Zellen geschlossen, also verdeckelt werden, schlüpfen die Königinnen nach sieben Tagen.

Weiselzelle - Bienenkönigin

Vom Quaken und Tuten

Es war also nur eine Frage der Zeit bis der Schwarm dann doch abgeht. Immer wieder in der Zeit lauschte ich am Bienenstock, ob ich das anstehende Schwärmen irgendwie höre. Am übernächsten Tag hörte ich dann etwas was ich so vorher noch nie gehört habe. Das sogenannte „Tuten“ der Bienenkönigin und auch ein „Quaken“ der Nachfolgerinnen in den verdeckelten Zellen. Das war für mich schon sehr aufregend.

Quaken und Tuten was ist das eigentlich? Diese speziellen Geräusche werden durch die Art und Weise erzeugt wie die Bienen ihre Flügel schlagen. Die Königin versucht durch ihr besonderes Fliegen den Arbeiterinnen mitzuteilen, dass sie die neuen Königinnen bitte nicht aus ihren Zellen lassen sollen. Ist klar, sie bangt um ihr Reich. Das Quaken ist ein Rufen der neuen Bienenköniginnen nach dem Motto „Holt mich hier raus“. Die Arbeiterinnen entscheiden dann auf wen sie hören. In den meisten Fällen wird eine neue Königin erkoren, schließlich haben sie sich ja schon Tage vorher für einen Wechsel entschieden und neue Königinnen hergezogen. Die alte Königin wird dann an dem Tag mehr oder weniger in Schwarmstimmung versetzt und man könnte fast sagen aus dem Volk gedrängt. An diesem Tag also, ca. eine Stunde später war es dann soweit.

Der Schwarm

In den letzten Jahren fingen wir Schwärme meist in unserem Obstgarten auf. Hier haben wir viele kleine Bäumchen und Sträucher. Die Hoffnung war also, dass sie auch diesmal diese Richtung einschlagen. Pustekuchen! Sie flogen nicht weit. Im Prinzip einfach nur nach oben, weit oben in einen der äußersten Äste in der Birke. Grrrr.

Wir beratschlagten und mein Schwager war dann so mutig und holte die längste Leiter, die wir hatten und eine Säge. Kurz umschrieben: kletterte hoch, gab dem Ast einen kräftigen Ruck. Die Bienen flogen „kurz herunter“ bildeten wieder eine Wolke in der Luft.

Bienenschwarm im Baum

Die Chance/ Gefahr war sehr hoch, dass sie sich wieder am selben Ast einfinden. Daher sägte er ihn schnell ab und meine Schwägerin sammelte ihn unten ein. Kannst Du die vielen Bienen um sie herum entdecken?

Bienenschwarm einfangen

Schwarmfang

…und tatsächlich. Sie haben den Ast lieb gewonnen und sammelten sich wieder fröhlich darauf. Im Nachhinein nach vielem Kopfzerbrechen, ein glücklicher Schwarmfang.

Die Traube wurde recht bald groß. Den leeren Kasten mit ersten Waben stellten wir gleich unten drunter. Auch wenn es immer wild aussieht mit den ganzen Bienen, die umher fliegen, man muss sich meist keine großen Sorgen machen. Die Bienen sind fokussiert auf den Schwarm und beachten alles andere nicht.

Bienenschwarm einfangen

Wiederum ein kurzer Ruck und die Bienen waren im Kasten. Nun haben wir also wieder drei Völker. Die Honigsituation verbessert sich allerdings für dieses Jahr damit nicht. Immerhin, der Einzug in den neue Kasten hat funktioniert. Sie fühlten sich wohl, blieben, wurden in den Folgetagen gleich einmal gefüttert und bauen nun kräftig die Waben aus. Dann schauen wir mal wie es nun mit allen drei Völkern weiter geht.

Bienenschwarm einfangen
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Ein Kommentar

  • Katrin

    mein Vati hatte früher auch einen Bienenstand mit sehr vielen Völkern (zu DDR-Zeiten konnte man sich damit ein gutes Sümmchen nebenbei verdienen). Er hat eine Tradition meiner Urgroßeltern fortgeführt, es stand im Garten ein großes Bienenhaus und meine Urgroßeltern haben das vor vielen Jahren beruflich gemacht und sogar ein Imkerin zusätzlich angestellt.
    So kann ich mich an die Schwärmerei der Bienen gut erinnern.
    Als ich ihm neulich von Euren schwärmenden Bienen erzählt hab, erzählte er, dass die Nachbarin auch einige Völker hat und im Garten meiner Eltern plötzlich ein Schwarm im Pfirsichbaum hing. Da sie arbeiten war, hat mein Vater sich um das Einfangen gekümmert. Und er sagte, er hätte ihn gern behalten und selbst nochmal ein / zwei Völker gehabt. Das konnte ich ihm aber gut ausreden, er ist über 80 Jahre…
    Ich hoffe, eure fleißigen Bienchen sammeln nun viel ein, dass Ihr eine reiche Honigernte habt.
    LG Katrin aus K.

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