Hochbeete

5 Fehler in der Hochbeetplanung, die Du vermeiden solltest

Als wir vor fast zwei Jahren mit unseren Hochbeeten starteten, waren wir gleich begeistert. Endlich eigenes Gemüse! Einfach nur raus in den Garten und ernten. Dazu ist es meist noch wesentlich leckerer als im Geschäft. Es standen einem fast alle Möglichkeiten offen, also wurden Samen gleich wie wild geshoppt. Im ersten Jahr war das Hochbeet auch direkt ein voller Erfolg. Die Hochbeete waren voll und es war ja auch alles neu für uns, wir haben uns über alles gefreut. Dabei habe ich aufgrund des späten Startes im Jahr, recht spontan gepflanzt.

5 Fehler in der Hochbeetplanung

Im Jahr zwei habe ich im Winter gründlich geplant: was kommt wo hin, was wächst nebeneinander, was verträgt sich nicht, womit starte ich und was folgt dann, was kann eine noch vorhandene Lücke nutze? Dachte, mit gründlicher Planung kann man nicht viele Fehler machen….und was war das Ergebnis? Ich war ein wenig enttäuscht. Die letzte Saison habe ich Revue passieren lassen und die Erfolge und Misserfolge aufgeschrieben. Von manchem hatten wir zu viel, von manchem zu wenig. Platz für spontane Einkäufe war nicht da. Die Übergänge zwischen den Gemüsefolgen hat nicht so geklappt. Welches sind nun die 5 Fehler in der Hochbeetplanung, die Du vermeiden solltest?

1. Gemüse pflanzen, das man nicht isst

Kling eigentlich logisch, oder? Insbesondere, wenn man mit dem Hochbeet startet, liest man sich ein, welches Gemüse sich am besten dafür eignet. Man probiert auch mal was Neues, tauscht Samen oder bekommt welche geschenkt. Vorhandene Lücken versucht man gut zu nutzen und nimmt dafür ggf. Gemüse ins Beet, das man nicht gut kenn. So landet schon Mal im Gemüsebeet etwas, was sich super gut entwickelt und nur so wuchert, aber es hilft leider nichts, wenn man es nicht wirklich isst. Mangold war bei uns so ein Kandidat oder Spinat.

5 Fehler in der Hochbeetplanung

Er gedeiht, wuchert, wächst nach, alle sprechen darüber, ist nicht zu stoppen. Ich mag ihn auch schon mal, aber der Rest der Familie leider nicht und dafür ist selbst eine Pflanze zu viel. Baby-Mangold hätte ich ganz nett gefunden, aber dafür wächst er dann doch irgendwie zu schnell oder ich säe falsch an.

5 Fehler in der Hochbeetplanung

Weitere Fehlgriffe sind Lollo Biondo und Lollo Rosso gewesen. Wächst schnell, ausladend und ertragreich. Sieht toll aus im Beet, aber ist nicht so geschmackvoll wie andere Salatsorten und wir konnten ihn irgendwann nicht mehr sehen. Schalerbsen waren ein Geschenk, lecker im Jungstadium, aber bei uns keine Verwendung zur Ernte. Mark- oder Zuckererbsen wären bei uns die bessere Alternative.

FAZIT: Den begrenzten Platz wirklich nur für Gemüse nutzen, das man wirklich gerne isst!

2. Alles auf einmal pflanzen

Ist ja auch klar. Startet die Gemüsesaison, dann will man möglichst schnell möglichst viel und sät gleich ganze Beete voll. Toll alles dann bald wachsen zu sehen. Aber dann? Dann ist alles auf einmal reif. Man hat Mühe es zu verbrauchen bevor es verdirbt oder es hängt einem zum Halse raus. Wenige Wochen später fehlt das Gemüse dann wieder. Bis man wieder nachgesät hat und ernten kann, vergehen Wochen.

FAZIT: Nicht alles auf einmal aussäen, sondern im Abstand von 2-3 Wochen nachsäen. So hat man Woche für Woche frisches Gemüse.

3. Beete voll pflanzen

Wenn Du so strukturiert bist wie ich, wirst Du Dir am Anfang der Saison einen Plan machen. Wann wird was gepflanzt, was folgt im Anschluss und und und…Dein Platz ist ja begrenzt und Du willst das Beste rausholen. Voller Euphorie legst Du los und säst und pflanzt alles voll. Dann wanderst Du im Frühling oder Sommer durch Gärtnereien und Pflanzenflohmärkte, entdeckst tolle Pflänzchen oder bekommst Pflanzen geschenkt. Oder aber, bei der Anzucht auf der Fensterbank läuft es besser als gedacht. Nur wohin mit den schönen Pflanzen? Kein Platz. Das hat mich letztes Jahr schon ziemlich frustriert.

5 Fehler in der Hochbeetplanung

FAZIT: Platz lassen für Spontankäufe, Geschenke oder Gemüsegelüste.

4. Zu enge Gemüsefolge

Gemüse gibt so richtig nur ein halbes Jahr draußen. Im Hochbeet ist der Zeitraum durch die Wärme zum Glück etwas länger als im Gemüsegarten. Wenn man effektiv plant, kann man bis zu drei Gemüsefolgen im Hochbeet umsetzen….so der Plan. Manches hat dann aber zu lang das Beet “besetzt” und ich wusste plötzlich nicht wohin mit meinen vorgezogenen Pflanzen. Die geplante Gemüsefolge lief aus dem Ruder. Etwas was länger geerntet werden kann, sollte ich nicht nur kurz im Beet einplanen. Erdbeeren sind nun z.B. bei mir aus den Hochbeeten raus in den Obstgarten gewandert. Hat auch den Vorteil, dass dort nichts fault. Große Salate pflanze ich nun bestimmt nicht mehr dahin, wo im Mai die Tomaten hinkommen. Siehe hier ein Bild aus dem letzten Mai:

5 Fehler in der Hochbeetplanung

FAZIT: Länger ertragreichen Pflanzen muss einen geeigneteren Platz suchen und ihnen mehr Zeit lassen.

5. Die Wintersaison vergessen

Denkt man nicht frühzeitig an den Winter, dann verschwendet man Monate an Hochbeet-Platz, wo nichts los ist. Es bedarf allerdings auch ein wenig Kenntnis, was man im Winter pflanzen kann, wann und wie man damit loslegen muss. Im ersten Jahr habe ich noch gar nicht an den Winter gedacht, Wirsing und Co. haben mich bei der ersten Sicht durch den Saat-Katalog einfach nicht angelacht. Im zweiten Jahr war ich schon mutiger und vorausschauender, dies hat allerdings mäßig geklappt.

Wir essen auch im Winter viel Gemüse, aber bisher kaum klassisches Wintergemüse. Da sind also Tests einfach notwendig, um festzustellen was schmeckt und was nicht. Es kann dann durchaus auch zum Fehler Nr. 1 kommen (Gemüse pflanzen, dass man nicht isst), aber in dem Fall muss man es halt einfach ausprobieren.

Grünkohl im Hochbeet

Nach diesem Winter weiß ich, dass ich Grünkohlchips mag. Ich weiß nun auch, dass ich Wirsing lecker zubereiten kann. Gelernt habe ich auch, dass ich beides entweder als Jungpflanze kaufe oder besser zu Hause vorziehe, denn alles an Wintergemüse-Direktsaat hat nicht funktioniert. Festgestellt habe ich auch, dass ich ruhig überall….wirklich überall Feldsalat aussäen kann. Denn wenn ich nur ne kleine Fläche streue, ist es mit einer Mahlzeit weg. Aus ist es mit der ganzen Mühe auf einen Schnips. Es braucht also Mengen und auch Geduld. So richtig fing er erst im Januar/Februar an zu wachsen.

5 Fehler in der Hochbeetplanung

Letzen Winter habe ich auch Teile der Hochbeete schon mit Zwiebeln und Knoblauch bepflanzt und konnte die Fläche damit schon ein paar Monate nutzen. Nun bin ich noch auf der Suche nach weiterem Wintergemüse, dass wir pflanzen und essen könnten. Für Tipps bin ich dankbar.

FAZIT: im Sommer schon an den Winter denken.

Das sind meine 5 Fehler in der Hochbeetplanung. Waren das alle? Sicher nicht. Es werden andere hinzukommen, aber sonst wäre es ja auch langweilig, oder? 😉

Ganz zum Schluss: Übung macht den Meister! Aus jedem Gartenjahr lernst Du etwas und findest Stück für Stück Deinen Weg. Es wird Phasen geben, wo es besser klappt und Phasen, wo es weniger klappt. Das kann auch schlicht am Wetter liegen. Nicht aufgeben! Genieße die leckeren und guten Momente.

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